Turnier mit Hindernissen – BM in Kreuzau

Bezirksmeisterschaften spielt man in 1. Linie, um auch mal gegen Spieler(innen) anzutreten, auf die man sonst eher seltener trifft … und im optimalem Falle natürlich auch, um sich für die Westdeutschen Meisterschaften zu qualifizieren.

Ein Turnier mit Hindernissen erlebte man an diesem Wochenende in Kreuzau.

Angefangen hat es im Grunde schon mit der Ausschreibung. Dort stand zunächst nur \“Plastikball\“. Wenig verwunderlich, handelt es sich doch um die Quali für die Westdeutschen. Dort ist der Einsatz von Zelluloid-Bällen schlichtweg untersagt. Bei näherem Hinsehen (in click-TT) erfuhr man dann immerhin, dass mit dem Plastikball der Marke Tibhar gespielt wird. Bedenkt man, dass die verschiedenen Plastikbälle immer noch gravierende Unterschiede aufweisen kein unwichtiger Zusatz wie wir fanden…

Umso überraschter waren die Spieler(innen) beim Betreten der Halle. Denn von Tibhar-Bällen war weit und breit keine Spur – der Ausrichter hatte sich kurzerhand für Plastikbälle der Marke Butterfly entschieden. Vermutlich weil ein Vorstandsmitglied bei diesem Konzern angestellt ist. Soweit, so gut. Allerdings hätte man in der Ausschreibung dann nicht auf die Tibhar-Bälle verweisen dürfen. 

Auf die Nachfrage, ob man sich denn wenigstens einen Butterfly-Ball zum Einspielen ausleihen dürfe, wurde mit einem grimmigen \“nein\“ geantwortet. Als gewissenhafter Spieler bereitet man sich also mit einem falschen Ball vor und bekommt vom Ausrichter das richtige Material erst zum Match zur Verfügung gestellt??? Das habe ich so ehrlich gesagt noch nicht erlebt. Verwunderlich, dass sich die Teilnehmerinnen nicht auf der Steinplatte des Schulhofes einspielen sollten.    Apropos Tische. Reihe 1: Joola (gefühlt 100 Jahre alt und abgespielt ohne Ende), Reihe 2: Butterfly, Reihe 3: Joola. Das Licht in der 2. Halle war gar so schlecht, dass nach kurzer Zeit 4 Tische vom Oberschiedsrichter komplett gesperrt wurden!

Dabei muss man wissen – die Örtlichkeiten mit zwei Mehfachturnhallen in einem Komplex sind in Kreuzau nahezu optimal. Schade nur, dass der Ausrichter neben den zuvor genannten Dingen es offensichtlich auch nicht einsah, in der 2. Halle ausreichend Banden aufzubauen. Kennt man denn niemanden, der vielleicht Connections zu einem großen Tischtennis-Hersteller hat?!  So kam es vor, dass an dem einen Tisch Halbfinal- oder Finalspiele der Seniorenklassen stattfanden – und am Nebentisch begannen die Teilnehmerinnen der Damen-B-Klasse (das sind die, die es nicht so haben mit der Ballkontrolle beim Warm-Up) mit dem Einspielen. Wie häufig der eine Ball dabei in die angrenzende \“Box\“ (die ja gar keine Box war) flog, kann sich jeder selber ausmalen…

Am Samstagmorgen teilte die Turnierleitung zudem mit, dass man die 40er-Klassen komplett in der 2. Halle würde spielen lassen. Also die mit den unterschiedlichen Tischen, ohne ausreichend Banden und den 4 gesperrten Tischen. Das Ergebnis war, dass die Atmosphäre in beiden Hallen einem Begräbnis glich. Die Auslastung der Tische lag phasenweise bei unter 25%. Da hätte man auch beiden Klassen (40er und 50er) in einer Halle spielen lassen können. In jeder Trainingshalle herrscht mehr Stimmung und Wettkampffieber, als am Samstagvormittag in Kreuzau.

Dass der sportliche Wert in manchen Konkurrenzen zumindest zweifelhaft ist, dafür kann der Ausrichter natürlich nichts. Bei den 40er-Damen waren gerade einmal 5 Spielerinnen am Start. Wohl gemerkt – 5 Spielerinnen qualifizieren sich auch für die Westdeutschen. Wer also antrat, war automatisch qualifiziert. Wo ist da der Sinn??? Spielerinnen wie Petra Schoulen oder Annette Offermann hätten auf diesen \“Wettkampf\“ sicherlich gerne verzichtet.

Nicht ganz so krass stellt sich die Situation bei den Herren dar. Hier hat der Bezirk Mittelrhein die Möglichkeit, 6 Starter nach Gütersloh zu schicken. Mit Marco Vester (Hennef) und Marcel Sitran (Porz) waren zwei Protagonisten freigestellt. Insofern war klar, dass diejenigen, die sich für die Halbfinals qualifizieren, das Ticket in der Tasche haben. 15 Spieler waren am Start. Die Mödrather Ralf Janßen und Oliver Schoulen hatten das Glück, an Position 1 bzw. 3 gesetzt zu sein. Demzufolge konnte man nicht bereits in den Gruppenspielen aufeinander treffen. Würden beide Rang 1 in ihrer Gruppe belegen, wäre dies frühestens im Halbfinale möglich.

Während Ralf Janßen seine Gruppe gewann, wurde Oliver Schoulen in seiner Gruppe jedoch \“nur\“ Zweiter (hinter Rainer Fischer aus Koslar). Bereits im Vorjahr gab es diese Konstellation – und die beiden Mödrather Spieler trafen unnötiger Weise bereits im Viertelfinale aufeinander. Insofern schwante uns nichts Gutes… Und nach kurzem Warten wurde es Gewiss: erneut trafen die beiden in der Runde der letzten acht aufeinander!

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Damit war bereits im Vorfeld klar, dass nur einer von beiden zu den Westdeutschen würde fahren können. Ralf Janßen: \“Solche Dinge machen unseren Sport kaputt. Natürlich ist Olli es irgendwo selber schuld. Hätte er seine Gruppe gewonnen, wäre es nicht soweit gekommen. Andererseits spricht es nicht unbedingt für den Veranstalter, wenn er 2 von den objektiv 3 stärksten Spieler bereits im Viertelfinale aufeinander loslässt. Zumal wir beide Vereins- und Mannschaftskameraden sind.\“

Oliver Schoulen hatte den ganzen Tag über mit den merkwürdigen Plastikbällen enorme Probleme – und so hatte Ralf Janßen leichtes Spiel (3:0). Am Ende verlor Ralf gegen den starken Dandy Fischer (Kreuzau) im Finale. \“Dandy war heute besser und hat das Turnier zu Recht gewonnen. Gut gespielt habe ich heute eigentlich nur gegen Olli – alles andere war mehr Pflicht als Kür.\“ so der Mannschaftsführer unserer 1. Herren.

Der letzte \“Brüller\“ erwartete uns dann bei der Siegerehrung. Für den 2. Platz erhielt ich einen kleinen Pokal. Darauf stand \“2. Platz Senjorinnen 40 – Bezirksmeisterschaften der Betribssportgemeinschaft\“ (Ja genau so, ICH habe mich NICHT verschrieben. Es war nicht nur das Geschlecht falsch, es handelte sich auch keineswegs um eine Betri(e)bssport-Geschichte. In der Hektik hatte man einfach das \“i\“ mit dem \“j\“ verwechselt.)   

Neben Ralf Janßen qualifizierten sich auch Karl-Josef Assenmacher, Uwe Apel und Petra Schoulen (TTC GW Fritzdorf) für die Westdeutschen Senioren Mitte Dezember in Gütersloh. Oliver Schoulen, Rainer Schoulen und Willi Roth (TTG Langenich) haben es leider nicht geschafft.

Einzelheiten zu den anderen Klassen kann ich leider nicht liefern – ich kenne sie nicht. Weder waren die Ergebnisse in der Halle ausgehangen, noch sind sie mittlerweile click-TT oder irgendeiner Homepage zu entnehmen. 

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